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Die
Piazza del Popolo (Volksplatz) ist einer der berühmtesten
Plätze in Rom. Er wird auch „Dreizack” (il Tridente)
genannt, da, von Norden gesehen, der Platz in drei lange
geraden Straßen unter fast gleichem Winkel verzweigt. Von
diesem Platz aus führen die Hauptstraßen Via del Corso, Via
del Babuino und Via di Ripetta in das übrige Rom. Die Via
del Corso ist dabei die einzige Straße, die einem antiken
Straßenzug – nämlich der Via Flaminia – folgt. Wer sich Rom
von Norden her auf der Via Flaminia näherte, konnte auf ihr
direkt zum Kapitol und zum Forum Romanum gelangen. Nachdem
im Mittelalter der Name Via Lata gebräuchlich war, heißt sie
heute Via del Corso. Sie trägt ihren Namen nach Pferderennen
(besser: Pferdeauftrieb) (corse), die dort früher
stattfanden. Über Jahrhunderte hinweg beobachteten die
Notablen aus den Fenstern und von den Balkonen der
prächtigen Häuser zur Karnevalszeit wildes Treiben
reiterloser Pferde in dieser Straße. Diese zum Teil noch
halbwilden Araber-Pferde wurden durch die Straße nach Süden
zur Piazza Venezia gejagt. Dort schließt heute im Süden das
Denkmal Vittorio Emmanuele II. die Sicht. Die Via di Ripetta
wurde bereits 1518 - damals unter dem Namen Via Leonina von
Raffael und Antonio de Sangallo im Auftrag von Leo X.
angelegt. Sie führt am Tiberufer vorbei zum
Augustusmausoleum und zu dem von Alessandro Specchi gebauten
Ripetta-Hafen am Tiber. Überquert man den Tiber, gelangt man
zum Vatikan. 1525 wurde als letzte der drei Straßen die Via
Paolina angelegt, die heute als Via del Babuino zur Piazza
di Spagna und dann über die Spanische Treppe weiter bis zum
Kirchengebäude Santa Maria Maggiore führt. Die heutige
Gestaltung im neoklassizistischem Stil entstand zwischen
1811 und 1822 durch den Architekten Giuseppe Valadier.
Dieser hatte bereits 1793 einen ersten Entwurf für den durch
Papst Alexander VII. schon mehrfach umgebauten Platz
eingereicht. In diesem Plan war ein trapezförmiger Platz
vorgesehen, dessen kürzere Seite sich zur Via Flaminia hin
orientieren sollte. Als Begrenzung der Längsseiten waren
Garnisonsgebäude vorgesehen. Valadier folgte damit den
Empfehlungen des Architekturtheoretikers Francesco Milizias,
der durch die gemischtlinige Anlage Monotonie vermeiden
wollte. Dieser Entwurf wurde jedoch bei der endgültigen
Gestaltung völlig ignoriert. Valadier entwarf vielmehr zwei
Halbkreise, die an Berninis Gestaltung des Petersplatzes
erinnern. Für die Erklärung des Namens Piazza del Popolo
gibt es verschiedene Überlieferungen. So soll der Name des
Platzes daran erinnern, dass er mit dem Geld der römischen
Bevölkerung errichtet wurde. Einer anderen Überlieferung zur
Folge erinnert der Name an die Pappeln, die früher hier
standen. Nach einer dritten Theorie hat das Wort 'Popolo'
nichts mit dem heutigen Wort 'Volk' zu tun, sondern ist ein
älterer Begriff für eine Pfarrgemeinde. In der Mitte der
Piazza steht der Obelisk Flaminio, der zweitälteste und mit
36,5 m Höhe der zweitgrößte ägyptische Obelisk in Rom. Im
Norden (s. Bild) steht das Tor, die Porta del Popolo, neben
dem Tor die Kirche Santa Maria del Popolo, in deren
angrenzendem Augustinerkloster Martin Luther während seines
Rom-Aufenthaltes wohnte. Im Süden stehen die berühmten
Zwillingskirchen. Links steht das Kirchengebäude Santa Maria
in Monte Santo, die Carlo Rainaldi im 17. Jahrhundert im
Auftrag Papst Alexanders VII. erbaute. Die Laterne dieses
Kirchenbebäudes stammt von Bernini. Rechts des Corso folgte
dann Santa Maria dei Miracoli, an deren Bau auch Domenico
Fontana beteiligt war. Rainaldi hatte das Problem, dass die
beiden Bauplätze ungleich waren. Der linke Platz war
wesentlich kleiner. Er löste das Problem, indem er die linke
Kuppel elliptisch, die rechte dagegen rund gestaltete. Im
Osten ragt der Pinciohügel auf, ein Park, im Norden des
Hügels der Villa Borghese gelegen. Der von Valadier
gestaltete Brunnen stellt die Göttin Roma mit den Flüssen
Tiber und Aniene dar. Auf der gegenüberliegenden Seite des
Platzes gestaltete Valadier einen Brunnen mit Neptun und
zwei Tritonen. Ebenfalls von diesem Architekten stammt der
Löwenbrunnen in der Mitte des Platzes. Auf dem Platz finden
häufig Veranstaltungen statt.
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