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1470
erwarb Antonio Pamphilj drei Häuser in der Südwestecke des
Platzes. Als 1644 sein Nachfahre Giovanni Battista Pamphilj
zum Papst Innozenz X. (1644-55) gewählt wurde, wurden
Girolamo Rainaldi und später Francesco Borromini beauftragt,
das Anwesen zum neuen Palazzo Pamphilj auszubauen. Girolamo
Rainaldi errichtete die Fassade. Die angrenzende Galerie
(Deckenfresken von Pietro da Cortona), den großen Saal und
die Ovaltreppe schuf Francesco Borromini. Innozenz X.
schenkte den Palast seiner Schwägerin Olimpia Maidalchini,
die auch politisch großen Einfluss auf ihn ausübte. Bereits
seit 1920 ist der Palast Sitz der brasilianischen Botschaft.
Er gehört allerdings erst seit 1961 dem brasilianischen
Staat. In einem Teil des Palastes ist außerdem seit dem 19.
Jh. die Philharmonische Akademie untergebracht. Donna
Olimpia plante den Umbau des gesamten Platzes zum Forum
Pamphilj, nach dem Vorbild der antiken Kaiserforen. Dazu
verlängerte Borromini die antike Wasserleitung "Aqua Virgo"
hierher, so dass Bernini 1649 in der Mitte des Platzes den
Vierströmebrunnen (Fontana dei Quattro Fiumi) anlegen
konnte. Vier kolossale männliche Figuren symbolisieren die
größten Ströme der damals bekannten vier Kontinente (Donau,
Nil, Ganges und Río de la Plata). Sie lagern zu Füßen eines
Obelisks der aus dem Circus des Maxentius an der Via Appia
herbeigeschafft wurde, um die Gesamtanlage einem antiken
Circus anzugleichen. Die zwei älteren Brunnen, die Fontana
del Moro im Süden und der Neptunbrunnen im Norden, die ab
1574 Giacomo della Porta erbaute, wurden von Bernini
neugestaltet. Ihr endgültiges Aussehen bekamen sie jedoch
erst im 19. Jh.
Fontana dei Quattro Fiumi, DetailVon 1652 an wurde die
Kirche Sant'Agnese in Agone neu errichtet. Architekten waren
Girolamo und Carlo Rainaldi sowie Borromini, der 1653-57
Kuppel und Fassade schuf. Die beiden hohen, querovalen Türme
und die machtvolle Kuppel bilden im Zusammenspiel mit dem
skulpturalen Brunnen und der weiträumigen Platzanlage eines
der schönsten Ensembles italienischer Stadtbaukunst. Die
Kirche sollte die Grablege der Pamphilj werden. Mit dem Tod
Innozenz blieb das Forum Pamphilj unvollendet. Olimpia
Maidalchini wurde von Alexander VII., dem nachfolgenden
Papst, aus Rom verbannt und mit dem winzigen Fürstentum San
Martino belehnt. Das Dorf San Martino al Cimino ließ sie von
Borromini und Bernini komplett neu erbauen. Es ist in Form
und Ausmaßen eine exakte Kopie der Piazza Navona. Gegenüber
des Palazzo Pamphilj steht die Kirche Nostra Signora del
Sacro Cuore, eine der römischen Titeldiakonien,die im 12.
Jh. in die Ruinen des Stadions eingebaut wurde. Sie wurde
von König Ferdinand III. von Kastilien gestiftet und vor
allem von den spanischen Päpsten immer wieder ausgebaut. Bis
1818 war sie Nationalkirche von Spanien. Ihr heutiges
Gesicht erhielt sie im 19. Jh. durch den Architekten Luca
Carimini. Die Südseite des Platzes wird vom Palazzo Braschi
bestimmt. Er wurde als letzter Stadtpalast für einen Papst
1792 für Pius VI., an Stelle des Palazzo Orsini aus dem 15.
h., erbaut. Heute beherbergt er das Museo di Roma. An einer
seiner Ecken steht der Pasquino, die berühmteste der
sogenannten sprechenden Statuen Roms. Neben ihm steht der
Palazzo Lancelotti-Torres der im 16. Jh. von Ludovico
Torres, aus Málaga stammender Erzbischof von Salerno,
errichtet wurde. Zusammen mit der Kiche Nostra Signora del
Sacro Cuore und dem Hospiz für spanische Pilger, bildete er
eine spanische Insel an der Piazza Navona. Zu allen Zeiten
war die Piazza Navona ein beliebter Schauplatz für Messen,
Märkte und Feste. So die Giostra del Saracino, ein
mittelalterliches Reiterturnier. Im 17. und 18. Jh.
vergnügten sich die Römer an den Samstagen im August bei den
Inondate. Dafür ließ man die Brunnen überlaufen, sodass Jung
und Alt im Wasser planschen und sich vergnügen konnte. Heute
ist der Platz besonders bei Touristen beliebt. In der Nähe
liegen u. a. das Pantheon (ca. 300 m östlich vom Platz) und
der Trevi-Brunnen (ca. 700 m nordöstlich vom Platz).
Von vielen Römern und Besuchern wird dieser Platz auch
liebevoll "Der schönste Platz der Welt" genannt.
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