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Im
Jahr 19 v. Chr. ließ der Konsul Marcus Agrippa den Aquädukt
Aqua Virgo zur Versorgung, der ebenfalls von ihm erbauten
Thermen neben dem Pantheon, anlegen. Er transportiert über
26 km Wasser aus den Sabiner Bergen. Er ist der einzige
Aquädukt, der seit der Antike ununterbrochen Wasser nach Rom
führt. Im Mittelalter, spätestens im 12. Jh., endete die
Wasserleitung mit drei Ausgängen, die Brunnentröge speisten,
an der heutigen Via del Corso. Möglicherweise bezieht sich
der Name Trevi, für den Stadtteil und den Brunnen, auf diese
drei Quellen oder auch auf die Kreuzung dreier Straßen
(italienisch: tre vie) in der Nähe. 1453 ließ Papst Nikolaus
V. nach Restaurierungsarbeiten dem Aquädukt einen neuen
Endpunkt geben. Leon Battista Alberti errichtete eine
Fassade mit Inschrift und Papstwappen, aus der sich das
Wasser aus drei Speiern in ein einfaches, rechtwinkliges
Brunnenbecken ergoß. 1561-70 wurde durch Papst Pius IV. eine
grundlegende Sanierung der Wasserleitung von der Quelle bis
in die Stadt veranlasst. 1640 begann, im Auftrag von Papst
Urban VIII., Gian Lorenzo Bernini mit dem Bau eines
aufwändigeren Brunnen, am heutigen Platz. Aus Geldmangel
blieb es jedoch bei der Vergrößerung des Platzes und der
Ausführung eines größeren Brunnenbeckens. Etwa gleichzeitig
errichteten die Grafen Poli im Anschluss an den Brunnen die
zwei Flügel ihres Palastes. Nach etlichen erfolglosen
Anläufen zum Neubau des Brunnens, lobte Papst Clemens XII.
einen Architekturwettbewerb aus, an dem viele der namhaften
Architekten der Zeit teilnahmen. Überraschend vergab Clemens
den Auftrag an den unbekannten Niccolò Salvi. Salvi
(1697-1751) hatte bis dahin kaum Bauten errichtet. Leider
sind alle seine Werke, außer dem Trevi-Brunnen, heute
verschwunden. Er begann 1732 mit der Ausführung des
Brunnens, dessen Fassade sich in voller Länge an den Palazzo
Poli anlehnt. Unterstützt wurde er dabei von seinem Freund
Luigi Vanvitelli. Der Graf Poli legte gegen den Bau,
erfolglos, Protest ein. Denn diese neue Palastfassade nahm
in keiner Weise Rücksicht auf die Architektur seiner
Gebäude, insbesondere deren Geschosshöhen. Bereits 1735
weihte Clemens den neuen Brunnen ein, obwohl die Arbeiten
noch in vollem Gange waren. Auch nach dessen Tod 1740 wurden
die Arbeiten stockend unter Papst Benedikt XIV. fortgesetzt.
An der langen Bauzeit waren nicht nur immer wiederkehrende
Finanzierungsprobleme schuld. Auch die äußerst penible
Arbeitsweise Salvis trug dazu bei. Er ließ zum Beispiel
manche Teile der Felslandschaft bis zu zehn mal neu
fertigen, bis er damit zufrieden war. Ab 1744 erschwerte
zudem seine sich verschlimmernde Krankheit den Fortgang.
1751 starb Salvi. Giuseppe Panini vollendete seine Pläne bis
zur Fertigstellung 1762. Lediglich die Skulptur des Oceanus
wurde von Pietro Bracci neu entworfen, da der ursprüngliche
Entwurf Benedikt zu bullig und brutal erschien. In den
Jahren 1872, 1989-1991 und 1998 wurde der Brunnen renoviert.
Der Trevi-Brunnen besteht aus einer Palastfassade, der ein
Triumphbogen vorgesetzt ist. Davor tummeln sich allerlei
Meeresgestalten auf einer Felslandschaft, über die sich das
Wasser in ein großes, flaches Becken ergießt.
Vorbild war sicher der weit weniger monumentale Mosesbrunnen
(1587 fertiggestellt) an der Piazza San Bernardo.
Salvis Thema waren die Naturgewalten, die das Werk der
Menschen bedrohen. Auf der rechten Seite scheint die Fassade
durch die hervorbrechenden Felsen bereits zu zerbrechen. Die
dramatische Wirkung wird noch durch das vom fließenden
Wasser erzeugte Meeresrauschen verstärkt, das schon in den
Seitengassen zu hören ist. Salvi hat lange experimentiert
mit welcher Steinoberfläche er diesen Effekt, trotz der
relativ geringen Wassermenge, erreichen kann. Auf den Felsen
sind allerlei Fabelwesen des Meeres, wie Meerespferde und
Tritonen, angeordnet, die dem Betrachter entgegenstürmen.
Über ihnen steht im Zentrum der herrschaftliche Meeresgott
Oceanus bereits in der mittleren Nische des Triumphbogens.
Der Triumphbogen stellt eine Neuinterpretation des
Konstantinbogens dar. In den Nischen rechts und links vom
Oceanus stehen Figuren, die die Gesundheit und die
Fruchtbarkeit darstellen. Darüber befindet sich jeweils ein
Relief. Rechts zeigt eine Jungfrau (lateinisch = Virgo,
daher der Name Aqua Virgo) Soldaten Agrippas die Quelle in
den Sabiner Bergen. Links befiehlt Agrippa den Bau des
Aquädukts. Auf dem Architrav stehen vier Figuren, die als
Allegorien von rechts nach links die satten Wiesen, die
Gaben des Herbstes, die Fruchtbarkeit der Felder und die
Fülle der Früchte darstellen. Die Inschriften huldigen den
am Bau beteiligten Päpsten. Bekrönt wird die Brunnenanlage
mit dem Wappen Clemens XII.
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